Internationale Wochen gegen Rassismus – Programm

Zwischen dem 10. und dem 23. März nimmt die Stadt Heidelberg zum ersten Mal an den Internationalen Wochen gegen Rassismus teil.
Die meisten Veranstaltungen werden im Landfriedkomplex stattfinden. Nicht aber bei uns im vierten Stock, sondern im wunderschönen alten Tabakmuseum im Erdgeschoss. Hier gelangen Sie am Schnellsten über den Haupteingang (von der Seite TeaterTheater / Nachtschicht kommend).
Schauen Sie sich das Programm an, wir freuen uns schon auf Diskussionen zu aktuellen Themen, Lesungen bekannter deutschsprachiger Autoren, Musik und Tanz!

———————————————————————————————————————————–

[Vortrag + Diskussion] Auftakt und Präsentation der Forschungsergebnisse vom Max-Weber-Institut für Soziologie

interkulturelle_woche_445pxBürgermeister Wolfgang Erichson eröffnet die ersten Heidelberger Wochen gegen Rassismus.
Im Rahmen dieses Auftakts werden die Ergebnisse einer umfangreichen Studie des Max-Weber-Instituts für Soziologie der Uni Heidelberg vorgestellt. Ein Jahr lang forschten die Master-Studierende an potentiellen Entwicklungsmöglichkeiten des IZ i. G., an Bedürfnissen und Trägerformaten, gewünschten Inhalten und Erwartungen an ein Interkulturelles Zentrum in Heidelberg. Sie führten Interviews mit Experten im Bereich (inter-) kultureller Angebote.
Die Studierenden und ihre Betreuer Dr. Steffen Sigmund und Sebastian Starystach stellen sich im Anschluss an die Präsentation einer offenen Frage- und Diskussionrunde.
Hierzu werden auch der ehemalige Generalsekretär des Instituts für Auslandsbeziehungen, Stadtrat und Kulturbeirat des Forums der Kulturen in Stuttgart Prof. Dr. Kurt-Jürgen Maaß,
Prof. Michael Braum, Leiter der IBA Heidelberg sowie der Vorsitzende des Ausländerrats und Migrationsrats Heidelberg Michael Allimadi auf dem Podium Platz nehmen.
Moderation: Jagoda Marinić

MONTAG, 10. MÄRZ | 19 UHR | ALTES TABAKMUSEUM

———————————————————————————————————————————–

[Podiumsdiskussion] #Lifeofamuslimfeminist

##Im Sommer letzten Jahres wurde eine Twitter-Lawine mit dem Hashtag #lifeasamuslimfeminist ausgelöst. Eine Gegenreaktion  zur Denkweise, dass muslimische Frauen auf Grund ihrer Religionszugehörigkeit per se „beschützt“ werden müssen.
Ist der Islam mit dem Feminismus vereinbar? Ist das Kopftuch ein Ausdruck der Unterdrückung oder des Selbstbewusstseins? Wie wird das Bild der muslimischen Frau reproduziert? Wir haben den Weltfrauentag und die Internationalen Wochen gegen Rassismus als Anlass genommen und laden zu einer Podiumsdiskussion zu diesem Thema ein.

MITTWOCH, 12. MÄRZ | 19:00 UHR | ALTES TABAKMUSEUM

———————————————————————————————————————————–

[Lesung] Wir neuen Deutschen. Wer wir sind, was wir wollen.

bota-topcu-pham-540x304Fast 16 Millionen Menschen in Deutschland haben einen sogenannten Migrationshintergrund.
Egal, ob sie hier geboren wurden oder zugewandert sind — die meisten von ihnen bekommen immer wieder zu spüren, dass sie vielleicht alles Mögliche sind, nur eines nicht: Deutsche. Doch was heißt das heute überhaupt, deutsch sein?
Alice Bota (auf dem Foto links) ist Schriftstellerin und Journalistin im Politikressort von DIE ZEIT.
Bei uns liest sie aus ihrem erfolgreichen Buch, das sie gemeinsam mit ihren Kolleginnen Khuê Pam und Özlem Topҫu veröffentlicht hat.

DONNERSTAG, 13. MÄRZ | 20 UHR | ALTES TABAKMUSEUM

———————————————————————————————————————————–

[Vortrag] Kampf um die Menschenrechte

Pressefoto Fiechtner 2010Geistergefangene, Menschenrechte, Rechtstaat, Rassismus, Krieg gegen den Terror, Folter und Folteropfer sind die Schlagwörter dieser Vortragsreihe, die in Kooperation mit Amnesty International angeboten wird. Urs Fiechtner bietet eine Zusammenfassung der historischen, philosophischen und politischen Entwicklung der Menschenrechte und einen Überblick über ihren Zustand heute. Gleichzeitig berichtet er, wie der Schutz der Menschenrechte in unserer Zeit funktioniert, warum es dennoch immer wieder in den meisten Ländern der Welt zu Menschenrechtsverletzungen kommt. Als Beispiel für den Kampf um die Menschenrechte und die „geballte Macht der Machtlosen“ in der Zivilgesellschaft dient hier die weltweit größte Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Dieser Vortrag läuft im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2014 und wird in Zusammenarbeit mit Amnesty International angeboten.
Eintritt: 6 Euro

DONNERSTAG, 13. MÄRZ | 19:30 Uhr | VOLKSHOCHSCHULE (Saal)

———————————————————————————————————————————–

[Schweigemarsch] “Kwibuka 20”

Am 7. April 2014 ist der 20. Jahrestag des Völkermords in Ruanda. Eine Gruppe Überlebender und ihrer Familien und Freunde laden alle ein zu einem Gedenkmarsch mit Erinnerungsflamme.

Start: Hauptbahnhof, Willy-Brandt-Platz, 15 Uhr

Ziel: Interkulturelles Zentrum in Gründung / Altes Tabakmuseum

Im Anschluss an den Schweigemarsch wird es im Alten Tabakmuseum, dem “Zentrum” der Internationalen Wochen gegen Rassismus in Heidelberg, eine kleine Abschlusszeremonie mit Kurzberichten von Augenzeugen und Gesprächen geben.

SAMSTAG, 15. MÄRZ | 15 Uhr | Start: Hauptbahnhof Heidelberg

———————————————————————————————————————————–

[Präsentation, Musik und Tanz] Das Projekt Buduhala

Projekt BuduhalaDie Alexandru Cuza – Gesellschaft  für Literatur, Musik und Kunst in Heidelberg stellt ihr soziokulturelles Projekt Buduhala vor. Gemeinsam mit dem Verein „Agape – Hilfe zur Selbsthilfe“ ermöglicht es Roma-Kindern in dem rumänischen Dorf Buduhala, Fuß zu fassen im Alltag.
Da die Roma eine benachteiligte Volksgruppe sind und gegen die Vorurteile der rumänischen Bevölkerung schwer ankommen, ist dieses Projekt ein wichtiges Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung.
Die Roma finden in der freien Marktwirtschaft so gut wie keine Arbeit, so dass viele ins Ausland gehen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Ihre Kinder bleiben allein zurück, sind auf sich gestellt und verlassen frühzeitig die Schule. Somit bleiben auch sie ohne Ausbildung und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind gering.
Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, hat der Verein eine Werkstatt errichtet, in der Jugendliche Gelegenheit haben, traditionelle Berufe wie Korbflechter oder Holzschnitzer zu erlernen. Als Anreiz, in die Berufsschule zu kommen, wird ihnen ein Imbiss angeboten, Kleidung und finanzielle Hilfe für die Familie.

SAMSTAG | 15. MÄRZ | 19 Uhr | ALTES TABAKMUSEUM

———————————————————————————————————————————–

[Vortrag und Diskussion] Rassismuserfahrungen im Boxport

Das Dokumentations- und Kulturzentrum deutscher Sinti und Roma in Heidelberg lädt ein zu einem Abend mit dem Amateurboxer Oswald Marschall. Er spricht über Rassismus-Erfahrungen im Alltag und beim Boxsport.
Im Anschluss gibt es eine offene Diskussionsrunde mit dem Publikum.

Oswald Marschall gründete eine Boxschule, die mehr ist als das. Ein Ort, der Sinti- und Romakindern Sprachförderung und Hausaufgabenhilfe bietet.

DIENSTAG, 18. März | 19:30h | Dokumentations- und Kulturzentrum deutscher Sinti und Roma

 

———————————————————————————————————————————–

[Lesung] Jacob beschließt zu lieben

Florescu_cAyseYavas-KeystoneDer Schweizer Buchpreisgewinner mit rumänischen Wurzeln ist zu Gast in Heidelberg.
Catalin Florescu liest im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus aus seinem Bestseller „Jacob beschließt zu lieben”.
In diesem Roman erzählt Florescu die abenteuerliche Lebens- und Familiengeschichte des Jacob Obertin, aufgespannt zwischen Lothringen und dem rumänischen Banat. Es ist eine Geschichte von Liebe und Freundschaft, Flucht und Verrat und darüber, wie die Fähigkeit eines Menschen zu lieben ihn über alles hinwegretten kann. In diesem zärtlichen und spannenden Buch bekommen wir auch ein atemberaubendes Konzentrat europäischer Geschichte geboten. Das Bild einer Welt, die nicht zur Ruhe gekommen ist.

DONNERSTAG, 20. März | 20 UHR | ALTES TABAKMUSEUM

———————————————————————————————————————————–

[Besuch des Freitagsgebets]  Muslime laden ein

„51% der Deutschen sehen im Islam eine Bedrohung – das hat
der Bertelsmann-Religionsmonitor ergeben. Dies gilt insbesondere
für Regionen, in denen es keine persönlichen Kontakte gibt.
Solche Vorurteile erschweren das gute Miteinander und verstär –
ken Diskriminierungen. Daher gilt es, ablehnende Einstellungen
durch vermehrte persönliche Begegnungen abzubauen.”

aus dem Begleitheft „Muslime laden ein” des Interkulturellen Rats Deutschland

Wir besuchen mit Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner und Integrationsbürgermeister Wolfgang Erichson am Internationalen Tag gegen Rassismus Heidelberger Moscheen.
Der türkische islamische Kulturverein Heidelberg lädt ein zu seinem Freitagsgebet.
Treffen ist am 21. März um 13 Uhr in der Moschee in Rohrbach, Hatschkestraße 20.

Auch die Moschee in Pfaffengrund öffnet ihre Türen.
Treffen ist am 21. März um 13 Uhr vor der Moschee am Kurpfalzring 108.

 

FREITAG, 21. MÄRZ | 13 UHR | Hatschekstraße 20

———————————————————————————————————————————–

„Sohbet Akşamı“: Alevitentum in HD

alevit. HSGDas Alevitentum mit seinen bis zu 800.000 Gläubigen ist eine der großen Religionsgemeinschaften in Deutschland. In der Türkei jedoch sind sie immer noch nicht anerkannt, stehen mit der jetzigen Regierung in Konflikt. Während sie in der Türkei mit Vorurteilen und Diskriminierung kämpfen, gibt es in bereits acht deutschen Bundesländern alevitischen Relgionsunterricht.
In der Türkei die „Ungläubigen“ und in Deutschland die „modernen Türken“ – eine Paradoxie?
Die Alevitische Hochschulgruppe lädt ein zu einem „Sohbet Akşamı“ – einem Abend mit Musik, türkischem Tee und Essen und der Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Warum sind die Aleviten in den deutschen Medien die liberalen „Integrationswilligen“ Türken und Kurden? Positive Diskriminierung?

SONNTAG, 23. MÄRZ | 18 UHR | ALTES TABAKMUSEUM

 

Kategorien: Allgemein