Willkommensgrüße und Fingerfarben

Initiative „Heidelberg sagt Ja!“ besucht Kinder in der Hardtstraße
Kinder buchstabieren durcheinander und laut die Namen von Erwachsenen, die sie gerade erst kennengelernt haben und ziehen sich lachend Müllbeutel mit Kopf- und Armlöchern über, als „Schutzkostüm“, wie sie es nennen. Denn dann wird wie wild gemalt, mit Fingerfarben und Wachsmalstiften. Buntbeschmierte größere und noch sehr kleine Hände strecken sich in die Kamera, die heute zu Gast ist.
Im Gemeinschaftsraum der Flüchtlingsunterkunft in der Kirchheimer Hardtstraße treffen sich jeden Freitagabend ehrenamtliche Betreuerinnen des Asylarbeitskreises Heidelberg, um mit den 5- bis 13-Jährigen zu spielen, zu basteln und zu reden.

Viele kommen aus Syrien, aber nicht alle. Was alle miteinander verbindet, ist die deutsche Sprache, die viele von ihnen schon fast perfekt beherrschen. Einige leben ja bereits seit Jahren in Heidelberg. Andere sind erst vor kurzem angekommen. Doch auch die lernen schnell, bestätigen die Gruppenleiterinnen Sarah Reuther und Sissy Geider.
Diese Kinder wachsen nun in einem fremden Land auf. Nach oftmals wochenlangen Reisen, nach Strapazen und Erlebnissen in internationalen Krisengebieten, scheint Heidelberg für sie aber eine gute Chance zu haben, als neues Zuhause angenommen zu werden.
Die Farben und Plakate, die sie heute Abend erhalten und weitergestalten dürfen, kommen von den Initiatoren von „Heidelberg sagt Ja! – Flüchtlinge willkommen heißen“. Gudrun Sidrassi-Harth, Vorsitzende des Asylarbeitskreises, AMR-Vorstand Michael Allimadi und Jagoda Marinic, Heidelberger Autorin und Leiterin des Interkulturellen Zentrums in Gründung (IZ i. G.) gehören zu den Erstunterzeichnern der Initiative. Sie setzen sich mit inzwischen über 300 weiteren Heidelbergerinnen und Heidelbergern – vor allem über die Homepage www.hdsagtja.de – für einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen in der Politik und in der Gesellschaft ein.
Mit Orietta Angelucci von Bogdandy  vom Asylarbeitskreis und Peter Moskob von der Caritas wurde die Aktion am Freitagabend geplant. Auf großen Bannern mit einer Auswahl der vielen Willkommensgrüße, die online eingestellt wurden, malten die Kinder nun alles, was ihnen den Kopf kam und was sie mit „Willkommen-Sein“ verbinden – die Flaggen ihrer Heimatländer, Schwarz-Rot-Gold, Sonnen und Schmetterlinge. Und jede Menge Hände.

Die Initiative, zu deren Erstunterzeichnern auch Theaterintendant Holger Schultze, Dr. Marlene Schwöbel-Hug, Dekanin der Evangelischen Kirche, ihr katholischer Amtskollege Dr. Joachim Dauer oder Professor Guido Adler vom Uniklinikum gehören ,gründete sich zu einer Zeit, in der sehr viele Flüchtlinge sehr spontan nach Heidelberg kamen, um vorübergehend in den Patton Barracks unterzukommen. Doch der Blick und die Unterstützung soll auch auf jene gelenkt werden, die schon länger in unserer Gesellschaft leben oder bald dauerhaft nach Heidelberg kommen werden.

„So viele Heidelberger zeigten sich solidarisch und sehr hilfsbereit mit den Flüchtlingen, die in den letzten Wochen in die Stadt kamen“, sagte Jagoda Marinic. Auch im IZ i. G. habe man das gemerkt, viele Anfragen seien dort reingekommen. „Die Leute wollen helfen. Einige finanziell oder durch Sachspenden. Viele, auch viele Vereine, möchten Freizeitangebote organisieren. Allererster Ansprechpartner für solche Überlegungen sind da natürlich der Asylarbeitskreis, die Diakonie und die Caritas.“

Auf www.hdsagtja.de kann man sich einen Überblick verschaffen über Unterstützungsmöglichkeiten und darüber, wie bereits geholfen wurde.

Die gestalteten Plakate hängen jetzt übrigens im IZ i. G. im Landfriedkomplex. In der Hardtstraße ist für sie leider einfach kein Platz.

v.l.n.r. Sissy Geider, Tülay Arslan, Sarah Reuther, Michael Allimadi, Jagoda Marinic, Gudrun Sidrassi-Harth, Peter Moskob, Orietta Angelucci von Bogdandy Kinder v.l.n.r.: Tamara, Diana, Abdulrahman und Tuka

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Sissy Geider, Tülay Arslan, Sarah Reuther, Michael Allimadi, Jagoda Marinic, Gudrun Sidrassi-Harth, Peter Moskob, Orietta Angelucci von Bogdandy
Kinder v.l.n.r.: Tamara, Diana, Abdulrahman und Tuka

Kategorien: Allgemein

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