LITERATUR

#UnserEuropa  // Lesung “Unter Sachsen – Zwischen Wut und Willkommen” am 19. Juni 2017

Zu Gast: Matthias Meisner, Journalist und Redakteur des Berliner Tagesspiegels und Ali Schwarzer, Blogger aus schwarzer deutscher Perspektive

Kurzbio Matthias Meisner:

Matthias Meisner ist Journalist und berichtet seit vielen Jahren regelmäßig über und aus Sachsen. Seit 1999 ist er Redakteur des Tagesspiegel. 2016 wurde ihm für die Berichterstattung über Pegida und die Anti-Asyl-Bewegung in Sachsen der Zweite Preis des Wächterpreises der deutschen Tagespresse verliehen. Gemeinsam mit Heike Kleffner hat er das Buch “Unter Sachsen – Zwischen Wut und Willkommen” herausgegeben. Darin  gehen rund 40 Autoren folgenden Fragen auf den Grund: “Sind die sogenannten sächsischen Verhältnisse mit der Pegida-Bewegung und den vielen rechten Gewalttaten ein auf den Freistaat begrenztes Phänomen? Oder muss die zunehmende Radikalisierung der gesellschaftlichen Mitte als Vorbote künftiger politischer Veränderungen in ganz Deutschland verstanden werden?” (Ch. Links Verlag).

Kurzbio Ali Schwarzer:

Ali Schwarzer ist Blogger und bekennender Leipzig-Flüchtling, der mittlerweile in Mannheim lebt. Ali Schwarzer wurde in Leipzig geboren und kennt die sehr hässlichen Seiten der Stadt. Seit mehreren Jahren schreibt er über Rassismus und Empowerment aus schwarzer deutscher Perspektive, seit 2014 auf www.trollbar.de.
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Internationale Wochen gegen Rassismus 2017 // Lesung von Binyavanga Wainaina zum “Internationalen Tag gegen Rassismus” am 21. März 2017
Zu Gast: Binyavanga Wainaina, Schriftsteller, Journalist und Aktivist aus Kenia

Kurzbio:

Binyavanga Wainaina wurde 1971 in Nakuru in der kenianischen Provinz Rift Valley geboren. Nach seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften im südafrikanischen Ostkap an der University of Transkei ließ er sich in Kapstadt nieder und schrieb für südafrikanische Zeitungen wie “Weekend Argus” und “The Sunday Times”. Mit der Kurzgeschichte „Discovery Home“ (2007) hat Binyavanga Wainaina die literarische Bühne betreten, danach die wichtigste Zeitschrift für neue afrikanische Literatur „Kwani?“ gegründet. Bekannt gemacht hat Binyavanga Wainaina ein sarkastischer Text, den er 2005 in der Zeitschrift “Granta” veröffentlichte: die Satire “How to Write About Africa”. Darin erteilt er weißen Autoren ironische Ratschläge, welche Afrika-Klischees sie in ihren Büchern unbedingt berücksichtigen sollten. Der nachhaltige Erfolg dieser Satire hat ihn zur Stimme des modernen Afrika gemacht. Unter dem Titel “Mama, ich bin homosexuell” schrieb und veröffentlichte er als Blog einen kurzen Text, den er als “verloren gegangenes Kapitel” seiner Erinnerungen “Eines Tages werde ich über diesen Ort schreiben” bezeichnete. Wainainas Blog-Bekenntnis verbreitete sich sofort weltweit und erhielt viel Beachtung. Mit diesem provokanten Text trat der Autor nicht ohne potenzielles persönliches Risiko der bedrohlich anschwellenden homophoben Rhetorik in vielen Ländern Afrikas entgegen, darunter auch in seinem Heimatland Kenia. In seinem Buch „Eines Tages werde ich über diesen Ort schreiben. Erinnerungen“ (2013) erzählt er von einer Kindheit in der urbanen Mittelklasse Kenias, der Studienzeit im Südafrika des gesellschaftlichen Wandels, den ersten schriftstellerischen Versuchen bis zum literarischen Durchbruch. 2001 wurde Wainaina mit dem renommierten Caine Prize for African Literature ausgezeichnet. 2014 wurde er vom Time Magazin zu den “einflussreichsten Menschen der Welt” gewählt.
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“Heidelberg liest neue Weltliteratur” // Lesen in der Lutherstraße // Lesung “Null bis Unendlich” am 15. Juli 2016
Zu Gast: Lena Gorelik, deutsche Journalistin und Schriftstellerin russisch-jüdischer Herkunft

Kurzbio:

Lena Gorelik, geboren 1981 in Sankt Petersburg, kam 1992 zusammen mit ihrer russisch-jüdischen Familie als „Kontingentflüchtling“ nach Deutschland. Nach ihrer Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München absolvierte sie den Elitestudiengang „Osteuropastudien“. Ihr Roman “Hochzeit in Jerusalem” (2007) war für den Deutschen Buchpreis 2007 nominiert . Für „Die Listensammlerin“ (2013) wurde sie mit dem Buchpreis der Stiftung Ravensburger Verlag ausgezeichnet. Die Autorin wurde außerdem mit dem Bayerischen Kunstförderpreis, dem Ernst-Hoferichter-Preis und dem Förderpreis Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg ausgezeichnet. Lena Gorelik erzählt in ihrem Roman „Null bis unendlich“ (2015) von drei außergewöhnlichen Menschen, von Freundschaft, Liebe und Abschied – und sie zeigt, warum es gut ist, anders zu sein und seinen eigenen Weg zu finden.
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“Heidelberg liest neue Weltliteratur” // Lesen in der Lutherstraße // Lesung “Weil wir längst woanders sind” am 8. Juli 2016
Zu Gast: Rasha Khayat, saudi-arabisch-deutsche Schriftstellerin und Übersetzerin

Kurzbio:

Rasha Khayat, unter den Bloggern auch als west-östliche Diva bekannt, ist als Tochter einer deutschen Mutter und eines saudi-arabischen Vaters 1978 in Deutschland geboren, bis zu ihrem elften Lebensjahr jedoch in Saudi Arabien aufgewachsen. Sie studierte Vergleichende Literaturwissenschaften, Germanistik und Philosophie in Bonn. In ihrem Roman „Weil wir längst woanders sind“ widmet sie sich der Frage „Wie soll man ankommen, wenn man längst woanders ist?“. Darin erzählt sie von einer jungen, nicht religiösen, freiheitsliebenden Frau, die sich für ein Land entscheidet, in dem Frauen alles andere als frei sind.
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“Heidelberg liest neue Weltliteratur” // Autorengespräch // Lesung “Fallensteller” am 6. Juli 2016
Zu Gast: Saša Stanišić, aus Bosnien und Herzegowina stammender deutschsprachiger Schriftsteller und Buchpreisträger und Ijoma Mangold, Feuilleton-Leiter der ZEIT, sowie Träger des Berliner Preises für Literaturkritik

Kurzbio Saša Stanišić:

Saša Stanišić wurde 1978 in Višegrad in Bosnien-Herzegowina geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Er studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Stanisic hat mehrere Stipendien und Preise erhalten, unter anderem den Publikumspreis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. Der letzte Roman „Vor dem Fest“ von Saša Stanišić war ein SPIEGEL-Bestseller und ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, darunter dem renommierten Alfred-Döblin-Preis sowie dem Preis der Leipziger Buchmesse 2014. In seinem neuen Erzählband „Fallensteller“ erzählt Saša Stanišić Geschichten über die, die Fallen stellen, die, die sich locken lassen und solche, die sich befreien.

Kurzbio Ijoma Mangold:

Ijoma Mangold wurde 1971 in Heidelberg geboren. Er studierte Literaturwissenschaft und Philosophie in München, Bologna und Berlin. Danach arbeitete er als Redakteur bei der “Berliner Zeitung”. Von 2001 bis 2009 war er Feuilleton-Redakteur der “Süddeutschen Zeitung”, seither ist er bei “DIE ZEIT”. Er moderierte zusammen mit Amelie Fried die ZDF-Literatursendung “Die Vorleser”. 2007 erhielt er den Berliner Preis für Literaturkritik.

Lesungen an speziellen Orte – zu Gast in der Alten Weinfabrik Heidelberg:

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“Heidelberg liest neue Weltliteratur” // Autorengespräch // Lesung “Radiance of Tomorrow“ (“Das Leuchten von Morgen”) am 27. Juni 2016
Zu Gast von links: Ilija Trojanow, renommierter Schriftsteller, Übersetzer und Verleger und Ishmael Beah, ehemaliger Kindersoldat, internationaler Unicef Botschafter aus Sierra Leone und Schriftsteller

Kurzbio Ishamel Beah:

Ishmael Beah, 1980 in Sierra Leone geboren, studierte in den USA Politikwissenschaften. In seinem autobiografischen Buch “Rückkehr ins Leben” (“A long way gone, 2007) schildert er sein Leben als Kindersoldat und seine Befreiung durch Unicef. Er arbeitet für Human Rights Watch, ist als UNICEF Goodwill Ambassador for Children Affected by War sowie als Berater am Center for the Study of Youth and Political Violence an der University of Tennessee tätig. Er unterrichtet am Center for International Conflict Resolution an der Columbia University und der Rutgers University. Darüber hinaus gründete er die Ishmael Beah Foundation (IBF), die sich insbesondere der Integration von traumatisierten Kindern und Jugendlichen widmet. Die Autobiografie über sein Leben als Kindersoldat in Sierra Leone hat Ishamel Beah weltberühmt gemacht. In seinem aktuellen Roman „Radiance of Tomorrow“ (“Das Leuchten von Morgen”) beschreibt er nun, wie einige Jahre später Überlebende in ihr vom Krieg zerstörtes Heimatdorf Imperi zurückkehren und dort versuchen ein gemeinsames Leben aufzubauen, überlagert von den Schatten der Vergangenheit.

Kurzbio Ilija Trojanow:

Ilija Trojanow, geboren 1965 in Sofia, floh mit seiner Familie 1971 über Jugoslawien und Italien nach Deutschland, wo sie politisches Asyl erhielt. 1972 zog die Familie weiter nach Kenia. Unterbrochen von einem vierjährigen Deutschlandaufenthalt lebte Ilija Trojanow bis 1984 in Nairobi. Danach folgte ein Aufenthalt in Paris. In München gründete er den Kyrill & Method Verlag und den Marino Verlag. Seine bekannten Romane wurden mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, darunter dem Bertelsmann-Literaturpreis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 1995, dem Marburger Literaturpreis 1996, dem Adalbert-von-Chamisso-Preis 2000, dem Berliner Literaturpreis 2007, dem Mainzer Stadtschreiberpreis 2007, dem Preis der Literaturhäuser (2009), dem Würth-Preis für Europäische Literatur (2010) und dem Carl-Amery-Literaturpreis (2011). Seine Bücher wurden in 30 Sprachen übersetzt. Ilija Trojanow ist seit 2002 Mitglied des Pen-Zentrums Deutschland.
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“Heidelberg liest neue Weltliteratur” // Lesen in der Lutherstraße // Lesung “Die vielen Tode unseres Opas Jurek” am 10. Juni 2016
Zu Gast: Matthias Nawrat, deutsch-polnischer Schriftsteller

Kurzbio:

Matthias Nawrat, 1979 im polnischen Opole geboren, siedelte als Zehnjähriger mit seiner Familie nach Bamberg um. Er studierte in Freiburg und Heidelberg Biologie, danach am
Schweizer Literaturinstitut in Biel. Für seinen Debütroman “Wir zwei allein” (2012) erhielt er u.a. den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis. Sein Roman „Unternehmer“ (2014), euphorisch besprochen und für den Deutschen Buchpreis nominiert, wurde u.a. mit dem Kelag-Preis und dem Bayern 2-Wortspiele-Preis ausgezeichnet. Für sein Buch „Die vielen Tode unseres Opas Jurek“ erhielt Nawrat den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2016.
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“Heidelberg liest neue Weltliteratur” // Autorengespräch // Lesung “Reis & Asche” am 11. Mai 2016 
Zu Gast: Meena Kandasamy, indische Schriftstellerin, Lyrikerin, Übersetzerin, Aktivistin und Doktorin für Linguistik

Kurzbio:

Meena Kandasamy, geboren 1984 in Indien, thematisiert in ihren Gedichten die Rechte der Frauen, das Kastensystem im heutigen Indien, Prostitution und Gewalt. In ihrem ersten Roman „Reis & Asche“ erzählt Meena Kandasamy von dem Massaker in Süd-Indien, bei dem 1968 zweiundvierzig landlose Dalit („Unberührbare“), Landarbeiter, in einer Hütte verbrannt wurden. Sie hatten das Undenkbare gewagt: die Stimmen zu erheben. Ihre Bitte um eine halbe Portion Reis mehr am Tag führte zu ihrer Ermordung. In ihrem Roman zerstört sie alle Erwartungshaltungen an Form und Sprache und gibt dem Ernst und der Tragik der Geschichte eine kraftvolle zusätzliche Dimension.
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“Heidelberg liest neue Weltliteratur” // Lesen in der Lutherstraße // Lesung “Fremdenzimmer” am 6. Mai 2016
Zu Gast: José Oliver, deutschsprachiger Schriftsteller andalusischer Herkunft

Kurzbio:

José F.A. Oliver, andalusischer Herkunft, wurde 1961 in Hausach im Schwarzwald geboren und lebt dort als freier Schriftsteller. Er wurde für seine dichterischen Arbeiten schon mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis. José Oliver ist Kurator des 1998 von ihm ins Leben gerufenen Literaturfestivals Hausacher LeseLenz. Er hat gemeinsam mit dem Literaturhaus Stuttgart die Schreibwerkstätten für Schulen entwickelt und die Gesprächsreihe „Literatur und ihre Vermittler“ konzipiert und moderiert. Im Frühjahr 2014 erschien sein neuer Essay-Band „Fremdenzimmer“. Darin erzählt er von der Liebe zu den Worten, mit der eine zunächst fremde Welt sich mehr und mehr öffnen, begreifen und bewundern lässt.
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Auftaktveranstaltung von “Heidelberg liest neue Weltliteratur” // Autorengespräch // Lesung “Die neue Weltliteratur und ihre großen Erzähler” am 1. April 2016
Zu Gast: Sigrid Löffler, österreichische Publizistin, Kulturkorrespondentin und Literaturkritikerin

Kurzbio:

Sigrid Löffler wurde 1942 in Aussig (Sudentenland) geboren und studierte an der Universität Wien. Sie arbeitet jahrelang als Redakteurin und Wiener Kulturkorrespondentin der “Süddeutschen Zeitung”. Sie war Mitglied des „Literarischen Quartetts“ um Marcel Reich-Ranicki und ist Jurorin der SWR-Bestenliste. Seit 1994 ist sie freischaffende Publizistin und Kritikerin für “Die Woche”, “Theater heute” und “Basler Zeitung”. Sigrid Löffler stellt in ihrem Buch „Die neue Weltliteratur und ihre großen Erzähler“ wichtige Repräsentanten der Weltliteratur vor – von Salman Rushdie und Michael Ondaatje über Aleksandar Hemon und Teju Cole bis hin zu Gary Shteyngart. Sie ordnet ihre Werke in die großen politisch-kulturellen Konfliktfelder der Gegenwart ein.
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